Alle sprechen über die Zukunft der Verlags- und Medienbranche. Auf der media.expo zeigen wir, wie diese Zukunft aussehen kann. In den vielfältigen Vorträgen sprechen Experten aus allen Bereichen der Branche und zeigen, dass digitale Lösungen viele Möglichkeiten bieten.

Multimedialität – ohne Wenn und Aber! Das hat sich der Nordbayerische Kurier auf die Fahnen geschrieben. Ob App, multimediales E-Paper, Social Media oder Bezahlschranke, der Nordbayerische Kurier ist offen für Innovationen und fährt damit eine erfolgreiche Online-Strategie. Onlinechefin Katharina Ritzer spricht auf der media.expo über diese neue Ära beim Nordbayerischen Kurier.

„Die ganze Branche muss offener sein für Neues“, davon ist Mark Jopp von der Gesellschaft für innovative Verlagssoftware JJK überzeugt. Um erfolgreich zu sein muss man wissen, was die Kunden wollen, bevor sie es selber wissen. Oder mit den Worten Henry Fords: "Wenn ich die Menschen gefragt hätte, hätten Sie schnellere Pferde haben wollen." Dieses Zitat hat Jopp ganz bewusst als Titel seines Vortrags gewählt. Er spricht über die Kunst der Verlagsorganisation, die Notwendigkeit von Innovation und Investition, und erklärt weshalb die Effizienzsteigerung das Gebot der Stunde ist.

Effizienzsteigerung ist auch bei der Zeitungszustellung zentral. Informationstechnologie schafft ganz neue Möglichkeiten: Gebietsoptimierung, GPS-Aufzeichnungen der Trägertouren, faire Bezirksbewertungen, garantierte Zustellung durch digitale Registrierung. Die Experten von der compass GmbH, HUP AG und sabris AG zeigen auf der media.expo die IT-Lösungen für die Logistik.

Die Anfang 2013 gegründete Quality Alliance zwischen FAZ Verlag, Süddeutscher Verlag, die Zeit Gruppe und Verlagsgruppe Handelsblatt hat sich als erstes großes Thema die Auflagentransparenz vorgenommen: Unter dem Motto „the medium is the message“ sollen die Zeitungen laut Quality Alliance aufgrund von guter redaktioneller Arbeit wettbewerbsfähig bleiben – nicht dank Marketingtricks. In einem ersten Schritt wurde nun zunächst die Auflage der frischgebackenen FAZ-Tochter Frankfurter Rundschau um fast 38.000 Exemplare auf die harte Auflage reduziert. Im Verlauf des Jahres soll die FAZ folgen. Geplant ist, 15.000 sonstige Verkäufe aus der Auflage herauszunehmen.

„In einem Zeitalter indem jeder Banner Klick zählt, können Verkäufe und Bordexemplare nicht mehr künstlich hochgehalten werden, um der Werbewirtschaft zu gefallen“, sagte FAZ Geschäftsführer Tobias Trevisan im Interview mit dem Fachmagazin Werben und Verkaufen.

Die vier Verlage gründeten Anfang 2013 die Quality Alliance mit dem Ziel, das Segment der überregionalen Tageszeitungen durch gemeinsames Gattungsmarketing zu profilieren. Sie vertreten ähnliche verlegerische Haltungen und sehen sich daher als eigenständige Gattung, die sich in ihrer Glaubwürdigkeit, Relevanz und nationaler Verbreitung von anderen Zeitungen unterscheidet.

Seit dem 02. April 2013 ist die individualisierte Tageszeitung Niiu als iPad-App erhältlich. Nachdem die Print-Version der „Wünsch-Dir-Was-Zeitung“ 2011 gescheitert war, starten die zwei Gründer Wanja S. Oberhof und Hendrik Tiedemann einen neuen Versuch – dieses Mal digital. Das Konzept bleibt überwiegend das Gleiche: Die Nutzer wählen aus über 20 aktuellen Tageszeitungen und Magazinen bis zu zehn Themenbereiche aus. Daraus lädt die App täglich individualisierte Nachrichten für den Nutzer und stellt sie auf dem personalisierten Profil zur Verfügung. Die personalisierte Zeitungs-App finanziert sich durch die monatliche Gebühr der Leser und Werbung von Anzeigenkunden. Vorerst wird die App ausschließlich mit Springer-Titeln wie „Bild“, „Welt“, „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ gespeist. Weitere Publikationen sollen noch folgen.

2009 brachten Oberhof und Tiedemann Niiu als Printversion das erste Mal auf den Markt. Die Abonnenten erstellten ein persönliches Profil ihrer Lieblingsseiten aus regionalen und überregionalen Tageszeitungen und Webinhalten. Eine spezielle Software trug täglich die gewünschten Nachrichten zusammen und die frisch gedruckte Zeitung wurde bis sechs Uhr morgens per Post an den jeweiligen Kunden geliefert. Aufgrund von Problemen in der Logistik und zu geringen Abonnenten-Zahlen gaben die Gründer bereits 2011 das Aus von Niiu bekannt. Mit der digitalen Version soll es diese Problematik nicht mehr geben. Und auch das neue Leistungsschutzrecht haben die Niiu-Gründer bedacht: „Anders als bisherige News-Aggregatoren hat Niiu direkte Lizenzverträge mit den Verlagen“ erklärte Wanja S. Oberhof im Interview mit Gründerszene.

Mehr Informationen zu Niiu gibt es hier: http://www.niiu.de/

Die Auflage der Frankfurter Rundschau (FR) soll auf etwa 70.000 Exemplare reduziert werden. Dies teilte der Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Tobias Trevisan in einem Interview mit dem Fachmagazin Werben und Verkaufen (W&V) mit. Damit wird nun bei der FR ausschließlich die hart verkaufte Auflage aus Abonnements und Kioskverkäufen gezählt. Die bisherige Auflage von 107.500 wird um 37.500 Exemplare schrumpfen.

"Die Branche hat in den vergangenen Jahren die Auflagen über sonstige Verkäufe und Bordexemplare künstlich hochgehalten. Dies hat die Werbebranche aber längst durchschaut", erklärt Trevisan die Kürzungen im Interview mit W&V.

Ende Februar hatte die FAZ die insolvente Frankfurter Rundschau übernommen und mit der Umstrukturierung der Zeitung begonnen. Neben den Kürzungen soll, laut Trevisan, bei der einst überregionalen FR der regionale und lokale Schwerpunkt in der Rhein-Main-Region gestärkt werden. Mit der neuen Strategie soll die Eigenständigkeit der Zeitung erhalten werden.

Jopp

Müller

Das britische Unternehmen Lineup Systems, Spezialist für Multi-Channel Advertising und Media Systems, expandiert in den deutschen Verlagsmarkt. Auf der diesjährigen media.expo am 15. und 16. April 2013 stellen die Briten ihr Produkt AdPoint vor. Die Software-Lösung bietet vielfältige Funktionen für das Multi-Channel Advertising: vom Kundenbeziehungsmanagement über die Anzeigenbuchung bis hin zur finanziellen Abwicklung. Darüber hinaus enthält die Lösung Analysefunktionen für Online-, Print- und Rundfunk-Kampagnen.

Lineup Systems vermarkten ihre Produkte in 33 Ländern weltweit. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Metro International, Time Out London, Abu Dhabi Media und der unabhängige regionale Verlag Archant. Jüngst hat das Unternehmen eine große Vertriebsoffensive in Nordamerika gestartet, der deutsche Medienmarkt soll nun folgen.

„Wir sind der festen Auffassung, dass derzeit ein tief greifender Umbruch in der Anzeigenbranche stattfindet. Unsere Erfahrung zeigt: Medienkonzerne brauchen optimale Produkte und adäquate Technologie, um auf dem hart umkämpften Anzeigenmarkt erfolgreich zu sein. Lineup Systems bietet als agiler, innovativer Lösungsanbieter professionelle Unterstützung“, so Michael Mendoza, CEO, Lineup Systems.

Saenger

Die US-amerikanische Tageszeitung New York Times hat die Zahl der digitalen Abonnenten zwischen Oktober und Dezember 2012 um circa 13 Prozent gesteigert. Rund 668.000 Abonnenten bezogen im Dezember digitale Abo-Pakete der New York Times und des International Herald Tribune. Somit hat sich die 2011 eingeführte Bezahlschranke als Erfolg entpuppt. Nach 20 Zugriffen im Monat fordert die so genannte Metered Paywall Nutzer auf, ein Abo abzuschließen. Die gestiegene digitale Nachfrage führte auch dazu, dass zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte die Einnahmen aus digitalen und Print-Abonnements die Werbeeinnahmen übertrafen.

Mark Thompson, President und Chief Executive Officer der New York Times, zeigt sich zuversichtlich: „Wir verbuchen weiterhin starkes Wachstum bei den digitalen Abonnements sowie erhöhte Einnahmen aus unserer großen Druckauflage. (…) Weltweit sind Nutzer bereit, für die hohe journalistische Qualität der New York Times und unserer anderen Angebote zu zahlen. Diese nachgewiesene Zahlungsbereitschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie, die wir derzeit entwickeln.“

Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften des Jahres 2012 hat der Branchendienst MEEDIA in seinem jährlichen Ranking veröffentlicht. Den ersten Platz belegt zum wiederholten Male Der Spiegel. An zweiter und dritter Stelle stehen der Stern und der Focus ebenfalls auf dem Treppchen. Zu den großen Verlierern 2012 gehörten Bravo, Brigitte, Computer Bild, Gala und Für Sie. Nur 12 Zeitschriften schafften es, ihren Rang im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern. Die erfolgreichsten Aufsteiger waren Grazia, Landlust und das TV-Supplement prisma. Quellen für das Ranking sind die Statistiken des Informations- und Medienunternehmens Nielsen und der Fachzeitschrift der neue vertrieb.

Weitere Informationen: http://meedia.de/print/die-50-umsatzstaerksten-magazine-deutschlands/2013/03/07.html

 

 

 

 

 

 

 

 

„Vielfalt pur, Praxis satt und dazu eine Tasse Kaffee", so fasst Cornelia Rösner, Veranstalterin der media.expo das Programm der Messe zusammen. In der Tat, neben der Keynote des Schweizer Medienforschers Dr. Carlo Imboden zum Thema „Mehr Anzeigen verkaufen – trotz rückläufiger Auflage" bietet die diesjährige media.expo eine große Vielfalt an Themen rund um die Zukunft des Verlagswesens:

Ein Schwerpunkt ist etwa der Bereich Cloud Computing. Zu dem Thema „Die „gute Cloud" – wo und wie werden eigentlich Daten bei Amazon, Salesforce gespeichert?" spricht Torsten Börner von der HUP AG, einem Anbieter von Verlagssoftware. Aber auch in den Vorträge der beiden Verlagsexperten EuroPublish und ClassWizard dreht sich alles um die Cloud.

Darüber hinaus stehen Lösungen für Projektmanagement, Werbung und Logisitk im Fokus. Wer sich jetzt fragt, wo der Kunde bleibt, der erfährt mehr von Michael J. Appelt. Der Anzeigenleiter bei der Neue Westfälische Bielefeld spricht über „Crossmediale Kundenakquisition" und Michael Glasmacher von der HUP AG beschäftigt sich mit „WebSelfService als Kundenbindungsinstrument". Das macht neugierig, was sich hinter dem Titel wohl verbirgt?

Mit einem Praxisbeispiel zu „Multimedialität – ohne Wenn und Aber" zeigt der Spezialist für webbasierte Redaktionssysteme red.web: Crossmediale Lösungen braucht das Verlagswesen, dann lässt sich viel bewirken. Ard Meier und Ronny Günther von Fink und Partner legen noch einen drauf und bringen allen Interessierten „Asset Flow Management" näher. Über die rechtliche Lage in der Online-Welt informiert Rechtsanwalt Stefan G. Kramer.

Das zweitägige Topprogramm rundet schließlich die Podiumsdiskussion zum Thema Mindestlohn ab. Christian Eggert, Kress-Kopf und Referent beim BDZV Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V., ist bekannt für seine bisweilen anregende Moderation. Beim brandaktuellen Thema Mindestlohn – das auch Dirk Westenberger in seinem Vortrag „Mindestlohn – Gebietsoptimierung und vieles mehr" behandelt – wird man sich wohl auf heftige Kontroversen einstellen müssen. Gut, dass es in der Lounge Rückzugmöglichkeiten bei einer Tasse Kaffee gibt.

 

 

Die WAZ Mediengruppe veröffentlicht ihre NRW-Tageszeitungen jetzt auch digital auf dem Amazon Kindle -Fire. Damit gehöre die WAZ-Mediengruppe zu den ersten Regionalzeitungs-Verlagen, die ihre Apps jetzt auch für die Tablets von Amazon anbieten, so Erik Peper, Geschäftsführer WAZ NewMedia. Mit einem Amazon-Konto können Einzelausgaben, Monats- oder Dreimonats-Abos über die App bezogen werden. Die Fink und Partner Media Service GmbH hat die neue App entwickelt und unterstützt damit die Strategie der WAZ-Mediengruppe, journalistische Inhalte über eine möglichst breite Palette an Kanälen anzubieten.

   

Imboden Ausschnitt„Mehr Anzeigen verkaufen – trotz rückläufiger Auflage“ ist das Thema der Keynote von Dr. Carlo Imboden, die er am 15. April 2013 auf der media.expo halten wird. Der Schweizer Unternehmensberater, Leser- und Medienforscher beschäftigt sich seit den 1980er Jahren intensiv mit der Medienbranche im deutschsprachigen Europa. Imboden hat mehrere Verfahren zur Leserschaftsforschung entwickelt, darunter auch Readerscan. Mit diesem Verfahren lässt dich die Lesequote der Nutzer bei Zeitungen und Zeitschriften tagesaktuell ermitteln. Verschiedene Verlage arbeiten bereits mit dem System – unter anderen Die Zeit, Die Welt und Bild. Durch den direkten Leser-Kontakt können sich Medienhäuser viel besser auf die Interessen ihrer Leser einstellen. Neuste Erkenntnisse aus dem Readerscan: Lokalnachrichten gewinnen noch mehr Bedeutung.

Im Interview mit drehscheibe.org, einem Online-Magazin für Lokaljournalismus, Redaktionsmanagement und Fragen des journalistischen Handwerks fasst Imboden zusammen: „Die Verlage müssen sich noch bewusster darüber werden, dass das Lokale immer entscheidender wird für die Kaufbereitschaft der Leser. Wenn ich die Mantel-Informationen online besser und gratis bekommen kann – vom Wall Street Journal bis zur FAZ – aber keine guten Inhalte im Lokalen bekomme, dann ist niemand mehr bereit, etwas dafür zu bezahlen.“

Drehscheibe-Interview: http://www.drehscheibe.org/interview-mit-carlo-imboden.html

 

 

Das neue Magazin des Gruner + Jahr Verlags GEO EPOCHE PANORAMA legt den Hauptaugenmerk auf die Fotografie. Historische Ereignisse werden überwiegend in Bildern präsentiert und mit kurzen erläuternden Texten ergänzt. Die neue Heftreihe erscheint im Großformat und wird auf besonders hochwertigem Papier gedruckt. GEO EPOCHE PANORAMA wird in Zukunft alle sechs Monate ein Zeitalter überwiegend in Bildern präsentieren Die erste Ausgabe mit dem Thema „Deutschland zur Kaiserzeit“ erscheint am 13. Februar 2013.

Der Berliner KURIER aus dem Hause M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG erweitert sein Angebot mit einer Zeitungs-App für das Apple iPad. Anders als beim digitalen Angebot vieler anderer Zeitungsverlage handelt es sich bei der neuen KURIER-App nicht um ein Abo-Modell. Der Nutzer zahlt einmalig beim Download und kann die App daraufhin beliebig nutzen. Der neue Kommunikationskanal aktualisiert seine Inhalte beständig und bindet auch Fotogalerien und Videos ein.

Chefredakteur Hans-Peter Buschheuer meint: „Das iPad ist wie geschaffen für unsere Boulevard-Inhalte. Die kristallklare Fotodarstellung macht das Swipen in Verbindung mit den kurzen, pointierten KURIER-Texten zum Genuss." Die KURIER-App kann im iTunes-Store geladen werden:

https://itunes.apple.com/de/app/berliner-kurier-der-von-hier/id589807420?mt=8

Der Koblenzer Mittelrhein-Verlag baut seinen Geschäftsbereich red.web aus und verstärkt den Vertrieb für sein webbasiertes Redaktionssystem. Diplom-Informatiker Hartmut Roos übernimmt im ersten Schritt die Marktpflege in Skandinavien, Belgien und den Niederlanden. In Zukunft wird Roos als International Sales Manager auch Lateinamerika, Spanien und Portugal betreuen. Mit insgesamt 30 Jahren Erfahrung sowohl in der Verlags- als auch in der Softwarebranche gilt Roos als Experte der internationalen Medienwelt und kennt die Anforderungen des Marktes.

 

 

 
Top